Das Internet, unendliche Weiten.

Wir schreiben das Jahr 2013. Dies
sind die Abenteuer der Regierung Merkel, die mit ihrer 15 Minister
starken Besatzung 8 Jahre unterwegs ist, um fremde Blogs zu
erforschen, neue Foren und neue Netzwerke…

Ich denke der Rest sollte klar sein. Es ist schon ausgiebig darauf
herum geritten worden: „Das Internet ist für uns Neuland“,
beispielsweise recht treffend von Oliver Kalkhofe als Fressesprecher
[http://www.tele5.de/fressesprecher] der Regierung Merkel. So sehr man
sich über diese Aussage lustig machen oder auch echauffieren kann,
stellt sich doch erst einmal eine ganz grundsätzliche Frage.
Gesetzt dem Fall Frau Merkel meint genau das, was sie sagt, und für
sie ist das Internet tatsächlich Neuland, wie geht sie damit um? Wie
gedenkt sie das unentdeckte Land zu erforschen? Was erwartet sie dort zu finden?
Das Fremde macht häufig Angst, und man könnte befürchten, dass
irgendwo in diesem unentdeckten Land, um im Bild zu bleiben, die bösen
Internetklingonen getarnt nur darauf warten, jeden braven Staatsbürger
aus dem Hinterhalt zu überfallen, der sich in ihr Territorium wagt.
Das Fremde kann jedoch auch lehrreich und faszinierend sein, und so
mancher spitzohrige Nerd mag Vorstellungen von Freiheit und
Gerechtigkeit haben, die man sich auch zu eigen machen könnte.
Sie hat also die Wahl: Sie kann aus Angst vor Terroristen, Perversen
und Kriminellen, die sich wie wir ja aus den Boulevardmedien wissen in
Legionsstärke in diesem unentdeckten Land herum treiben sollen,
versuchen auch den hintersten Winkel auszuleuchten und jede Bewegung
zu kontrollieren und zu protokollieren, notfalls auch wenn das
bedeutet den eigenen Amtseid und das Grundgesetz über den Haufen zu werfen.
Oder aber sie macht es tatsächlich wie Captain Picard und beginnt die
Erforschung mit einer gesunden Portion Toleranz und Grundvertrauen.
Natürlich auch mit einer gewissen Vorsicht, aber auch mit der
Überzeugung, dass Freiheit ein Wert für sich ist.
(Die Option es wie Kirk zu halten und sich erstmal das Oberteil vom
Leib zu reißen, um mit dem nächstbesten Alien zu ringen, ist denke ich
für keinen eine wünschenswerte Alternative.) Bisher schlägt das Pendel
deutlich in Richtung Angst aus, und selbst bei solchen geradezu
allumfassenden Überwachungsmaßnahmen wie PRISM oder Tempora scheint
die Reaktion verhalten, auch wenn sie die Grundrechte jedes einzelnen Bürgers
mit Füßen treten.
Jeder einzelne sollte daher alles daran setzen, dass das Pendel wieder
in die andere Richtung schwingt, mit oder ohne Merkel.
Oder um mit den Worten Kanzler Gorkons zu sprechen: Trinken wir auf
das unentdeckte Land: Die Zukunft!

Autor: Andreas Graaf

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