Der Kaiser und die Spione

Andreas Graaf, Mitarbeiter im Landtag NRW und Bundestagskandidat, macht sich über die Textilien von Monarchen Gedanken:

Ich habe heute auf der Suche nach dem Supergrundrecht in unser Grundgesetz geschaut. Artikel 20 besagt: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“

Das Volk ist also, so nennt man das, der Souverän. Das bedeutet, dass das Volk quasi in der gleichen Position ist wie früher Könige und Kaiser. In beiden Fällen gibt es Staatsdiener und Beamte, die den Willen ihres Souveräns ausführen sollen.

Nun stelle man sich folgendes vor: Der alte Fritz oder von mir aus auch Kaiser Wilhelm sitzen an ihrem goldenen Schreibtisch in einem ihrer Paläste und lesen Zeitung. Und was müssen sie lesen? Der englische König hat Spione am kaiserlichen Hof! Jede Korrespondenz wird abgeschrieben und nach England geschickt! Und nicht nur das. Jedes Gespräch, ob offiziell mit Abgesandten und Beamten oder privat mit der Familie, wurde belauscht und protokolliert. Ja, sogar was der Kaiser an dem Ort liest, zu dem selbst er zu Fuß geht, ist den Engländern bekannt!

Mit der Zornesröte im Gesicht ruft der Kaiser seine Beamte herbei. Sie sollen ihm Rede und Antwort stehen. Und was sagen sie ihm?

„Oh, Majestät, wir wissen nicht, ob die Details des Zeitungsartikels stimmen. Die Vornamen der Spione sind uns unbekannt. Außerdem könnte es mehrere mit dem gleichen Nachnamen geben.“
„Ich komme soeben aus England zurück. Dort habe ich mit einem Lieutnant der Wache des Towers gesprochen. Dieser meinte, das wäre alles nur zur Sicherheit Eurer Majestät.“
„Es besteht kein Grund zur Besorgnis, Majestät, Ihr seid immerhin der Kaiser. Und als solcher habt Ihr nichts zu verbergen.“

Es bedarf wenig Fantasie, sich auszumalen, wie der Kaiser darauf reagieren wird.
Aber wie reagiert der aktuelle Souverän darauf?

Find es raus und komm am Samstag zur Demo!

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