Die NSA speichert täglich eine Million Handy-Gespräche

Foto: Dorothee Rietz

Markus Kompa, Fachautor für Geheimdienste und Bundestagskandidat 006 der NRW-Liste, kommentiert die neuesten Enthüllungen von TEMPORA und PRISM:

Dass TEMPORA täglich etwa 600 Millionen Verbindungsdaten von Telefonaten speichert, war nicht so verblüffend – denn das, was CDU und SPD unter dem irreführenden Begriff  „Bestandsdatenauskunft“ ab dem 01.07.2013 mit uns machen möchten, ist im Prinzip das Gleiche. Doch nun hat Edward Snowdens Gesprächspartner, der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald, berichtet, dass die NSA täglich(!) eine Million Gespräche inhaltlich mitschneidet und speichert.

In einem am Samstag erschienenen Beitrag „Abhören im Adenauer-Deutschland und in Neuland“ habe ich die Geschichte der technischen Überwachung in Westdeutschland zusammengefasst, die so allerdings erst seit Ende 2012 der Forschung bekannt ist. Die Lorbeeren gehen an den Historiker Prof. Dr. Josef Foschepoth, der die über ein halbes Jahrhundert geheim gehaltenen Staatsverträge frei bekam.

Vor einem halben Jahr sah ich den NSA-Whistleblower Thomas Drake auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs. Der Mann war vor 30 Jahren mit der Beobachtung der DDR befasst und ist entsetzt darüber, dass er inzwischen selbst in unheimlichen Überwachungsstaat lebt. Hört euch an, was Drake zu sagen hat.

(In einer ursprünglichen Fassung dieses Postings wurde zusätzlich auf einen aktuellen Beitrag des Guardian hingewiesen, der jeoch wegen redaktioneller Überprüfung offline genommen wurde.)

Ein Kommentar

  1. 1

    Das Drake-Video ist erschütternd, auch wenn man das Ausmaß der NSA-Machenschaften bereits erahnt haben sollte.
    Vielen Dank für Ihr Engagement bei der Thematik, Herr Kompa.

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